Das Europäische Parlament hat dafür gestimmt, den THC-Grenzwert für Industriehanf von 0,2% auf 0,3% anzuheben und zu gestatten, dass für Hanf und aus Hanf gewonnenen Produkten die Vermarktungsnormen der Europäischen Union gelten.

Die Abstimmungen ergaben letzte Woche auch diese drei Änderungen des massiven Agrarsubventionsprogramms der Europäischen Union.

Das Europäische Parlament hat zwar nicht das letztes Wort bei der Überarbeitung der Agrarpolitik, aber Hanfaktivisten in Europa applaudierten den überwältigenden Abstimmungsergebnissen, die europäischen THC-Grenzwerte für Hanf an die amerikanischen anzupassen.

„Die Anhebung des THC-Wertes würde es neuen Sorten ermöglichen, auf den Markt zu kommen und gezüchtet zu werden, was zu einer besseren Anpassung der Kulturen an die klimatischen Bedingungen der verschiedenen EU-Gebiete führen würde", sagte die European Industrial Hemp Association in einer Erklärung am Montag.

Die Abstimmungen wurden durchgeführt, um den Standpunkt des Europäischen Parlaments zur vorgeschlagenen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik festzulegen, die bestimmen wird, wie die Agrarsubventionen der Europäischen Union nach 2020 durchgeführt werden. Die Änderungen, die die Hanfindustrie betreffen, umfassen:

- Änderungsanträge 8 und 93, durch die der THC-Grenzwert für Hanfpflanzen auf dem Feld von derzeit 0,2% auf 0,3% angehoben würde.

- Änderungsantrag 234, durch den Hanf in die von den EU-Vermarktungsnormen abgedeckten Sektoren aufgenommen würde, wodurch die Festlegung von Kriterien für die Einstufung von Produkten, ihr Aussehen, ihre Konsistenz, ihre Produktmerkmale und Einschränkungen hinsichtlich der Verwendung bestimmter Stoffe und Praktiken ermöglicht würde.

Die Befugnis zur Verabschiedung und Änderung von Rechtsvorschriften und zur Entscheidung über den EU-Haushalt ist zwischen dem Europäischen Parlament, dem Rat der Europäischen Union und der Europäischen Kommission aufgeteilt. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden direkt von den Wählern in den EU-Ländern gewählt.

Trilaterale Gespräche mit den Verhandlungsführern des Parlaments, des Rates und der Kommission über die zukünftige EU-Agrarpolitik werden wahrscheinlich Mitte November beginnen, obwohl der Zeitplan noch bestätigt werden muss, sagte der Pressesprecher des Europäischen Parlaments, Jan Jakubov, gegenüber Hemp Industry Daily.